Intertechno – 433 MHz Funksteckdose in FHEM einbinden

Wie bereits in mehreren Beiträgen erwähnt, machen schaltbare Steckdosen ein smartes Zuhause erst richtig smart. Wie man zum Beispiel die PCA-301 Steckdosen von ELV in FHEM einbindet, habe ich bereits erklärt.

Möchte man jedoch einfach nur eine Steckdose über FHEM steuern, ohne eine Leistungsmessung, reichen meistens die günstigen „Baumarktsteckdosen“ aus. In diesem Beitrag erkläre ich euch, wie ihr 433-Mhz-Steckdosen mit dem Intertechno-Protokoll in FHEM einbindet.

FHEM Intertechno

Unterstützte Steckdosen

Dieser Beitrag behandelt das Intertechno-Protokoll. Dieses Protokoll ist sehr verbreitet, was eine große Anzahl an unterstützten Steckdosen ermöglicht. Dazu zählen unteranderem die Steckdosen von Intertechno selber, aber auch Steckdosen der Marken Erlo oder FLS werden unterstützt.

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Es gibt natürlich noch einige mehr, die unterstützt werden. Mehr Infos dazu im entsprechenden Unterforum von FHEM.

Im Grunde unterscheiden sich die oben genannten Steckdosen nur in deren Codeerstellung, welcher für eine eindeutige Geräteidentifizierung nötig ist.

Die folgende Anleitung wurde mit den Intertechno IT-1500 durchgeführt und dementsprechend auch mit dessen Codeerstellung.

Voraussetzung

Damit die Steckdosen angesteuert werden können, sind im Grunde zwei Vorbereitungen nötigt. Zum Einen wird ein Gateway benötigt, in diesem Fall ein 433 MHz CUL. Zum Anderen ist es erforderlich, sich den passenden CODE für die Steckdosen zurecht zu legen.

433 MHz Gateway CUL

Damit FHEM mit den Intertechno-Steckdosen kommunizieren kann, wird ein Gateway benötigt, welches auf 433 MHz funkt. In Zusammenarbeite mit FHEM hat sich der CUL (CC1101 USB Lite) sehr bewehrt. Fertig zusammen gebaut kann man den CUL ab 49€ über busware.de bestellen. Ich empfehle euch jedoch, den CUL selber zu bauen. Der Selbstbau-CUL wird mit einem Arduino und den Funkchip CC1101 aufgebaut. Mit dem Raspberry lässt sich der CUL per USB verbinden. Eine genaue Anleitung dazu findet ihr auf meinem Blog.

Für das Einbinden der Steckdosen, muss der CUL bereits in FHEM definiert sein. Wie dies funktioniert, findet ihr ebenfalls auf meinem Blog.

INFO: Die Intertechno-Steckdosen funken auf 433 MHz. Es sollte deswegen ein CUL verwendet werden, der ebenfalls auf 433 Mhz optimiert ist. Ein 868 MHz CUL funktioniert zwar ebenfalls, jedoch nicht optimal, da die Hardware nicht auf die Frequenz abgestimmt ist.

passender Gerätecode

Damit die richtige Steckdose geschaltet wird, ist jede Steckdose durch ein Gerätecode eindeutig identifizierbar. Je nach Version der Steckdose ist dieser Gerätecode unterschiedliche aufgebaut.

alte Steckdosen – 12-stelliger Code

Ältere Steckdosen bauen auf einen 12-stelligen Code auf. Dieser zwölfstellige Code setzt sich aus einem Hauscode und einem Gerätecode zusammen. Es lassen sich so maximal 256 Steckdosen definieren. Der Hauscode und der Gruppen-/Gerätecode lässt sich über zwei Drehschalter auf der Rückseite der Steckdose einstellen. Mögliche Zustände sind 0, 1 oder F.

Hauscode – Stelle 0 bis 3

Der Hauscode ist dafür da, wie der Name schon sagt, unterschiedliche Häuser zu definieren. Dies kann vom Vorteil sein, wenn der Bewohner in der Wohnung über einem auch Funksteckdosen im Einsatz hat. Durch den Hauscode lassen sich diese dann differenzieren.Intertechno Hauscode

Gruppen- / Gerätecode – Stelle 4 bis 7

Mit den Stellen 4-7 lassen sich die Gruppen definieren. Steckdosen, die mit dem 12-stelligen Code arbeiten, besitzen auf der beigefügten Fernbedienung meistens einen Schieberegler, um zwischen den einzelnen Gruppen wechseln zu können.Intertechno FHEM Gruppencode

Stelle 8 bis 9

Die Stellen 8 bis 9 sind fest auf „0F“ einzustellen.

Ein/Aus – Stelle 10 bis 11

Die letzten beiden Stellen sind für das Schaltsignal zuständig und beschreiben dessen Codierung. Hier kommt die oben beschriebene tri-state-Ziffer zum Einsatz. Durch die drei möglichen Zustände 0, 1 oder F sind neben den einfachen AN- oder AUS-Befehle auch Befehle zum Dimmen möglich. Bei den hier verwendeten Steckdosen sind die beiden Befehle FF für ON und F0 für OFF wichtig.

Beispiel:

Soll nun zum Beispiel die Steckdose 1 der Gruppe 1 im Haus A geschaltet werden, dann wird folgender Code gesendet:

Code zum Anschalten: Code zum Ausschalten:
0000 0000 0F FF 0000 0000 0F 0F

neue Steckdose – selbst lernend – 32-stelliger Code

Neuere Steckdosen, wie die Intertechno IT-1500, sind selbst lernend. Sie verwenden anstelle des 12-stelligen Codes ein erweitertes Protokoll mit 32 Stellen. Über Einstellungen in der Firmware des CULs, sind diese jedoch auch abwärtskompatible mit dem 12-stelligen Code. Ich empfehle euch jedoch bei den selbst lernenden Steckdosen auch den neuen 32-stelligen Code zu verwenden, da dieser weniger störanfällig ist.

Wer dennoch gerne den alten Code verwenden möchte, findet beim FHEM-Wiki die benötigten Infos.

Zusammensetzung des Gerätecodes

Jede Steckdose besitzt eine 26-stellige eindeutige ID. Ist man also in seinem Empfangsgebiet der einzige mit solchen Steckdosen, dann kann man theoretisch über 67 Millionen Steckdosen betreiben.

Zusätzlich zu der 26-stelligen ID kommt der 2-stellige Befehl gefolgt von der 4-stelligen Geräte bzw. Tastenpaar Nummer.

Mit dem 2-stelligen Befehl kann man die Steckdose einzeln steuern oder die komplette dazugehörige Gruppe.

Intertechno Befehl

Am CUL kann man dann zum Beispiel folgenden gültigen Code senden:

is01010010101011101000000110010011

  • is = Sende Intertechno Kommando
  • 01010010101011101000000110 = eindeutige 26stellige Geräte-ID
  • 01 = Kommando ON
  • 0011 = Gruppe 4

Definition in FHEM

Die Definition in FHEM ist relativ simpel. FHEM stellt für die Intertechno-Steckdosen bereits ein Modul zur Verfügung, das Modul IT (Kommando-Ref).

Die Definition hängt vom verwendeten Device ab.

Steckdose mit 12-stelligem Gerätecode

Beispiel

definiert das Device Lichterkette mit dem Gerätecode „00000000“, dem Festwert „0F“ gefolgt vom ON-Befehl „F0“ und dem OFF-Befehl „FF“. Hierbei muss der Gerätecode verwendet werden, der durch die Drehschalter an der Steckdose eingestellt wurde.

Damit die Steckdose später auch funktioniert, muss man dem Device mitteilen, über welches Gateway die Funksignale gesendet werden sollen. Dies geschieht über das Attribut „IODev“.

Dem Device wird somit das Gateway „CUL_433“ zugewiesen. Damit die Steckdose auch als Schalter erkannt wird, ist noch ein weiteres Attribut notwendig.

Nach der Definition kann getestet werden, ob die Steckdose funktioniert:

Steckdose mit 32-stelligem Gerätecode

Beispiel

definiert das Device Lichterkette mit der 26stelligen ID 00111100110101010110011111, dem Gruppencode 0 und der Gerätenummer 0000. Die 26stellige ID kann frei gewählt werden. Dies macht eine Kollision mit den Nachbarn eher unwahrscheinlich. Bei mehreren Steckdosen, kann durch die Geräte-ID jeder Steckdose eine Nummer gegebene werden.

Auch hier müssen dann noch die zwei benötigten Attribute hinzugefügt werden:

 FHEM Intertechno

Anlernen der Steckdose

Nachdem das Device in FHEM definiert wurde, kann mit dem eigentlichen Anlernen der Steckdose begonnen werden. Dazu wird die Funksteckdose in eine freie Steckdose gesteckt. Die LED fängt an zu blinken. Jetzt muss innerhalb von 5 Sekunden der Einschaltbefehl gesendet werden:

Hat die Funksteckdose das Signal empfangen, hört das Blinken auf und die Funksteckdose schaltet zwei mal an.

Mögliche Fehlerquellen

schlechter Empfang – geringe Reichweite

Nachdem ich mir meinen CUL aufgebaut habe, war ich zunächst sehr zufrieden. Das Schalten über FHEM hat perfekt geklappt. Als ich jedoch meine zweite Steckdose einrichten wollte, war ich kurz vorm verzweifeln. Die Steckdose wollte sich einfach nicht anlernen lassen.

Nach ein paar Stunden fand ich dann das Problem. Die Reichweite der Antenne. Meine erste Steckdose war nur ca. 1m entfernt vom Sender, die zweite Steckdose wollte ich dann aber in ca. 10m Entfernung im Nachbarzimmer einrichten. Keine Chance. Erst als ich die Steckdose ebenfalls in 1m Entfernung angeschlossen haben, klappte die Einrichtung problemlos.

Die Reichweite meines CULs war also nur ca. 1m. Das ist natürlich für den praktischen Einsatz nicht zufriedenstellend. Hab dann nochmal alle Löt-Verbindungen überprüft. Alles war richtig verdrahtet.

Meine nächste Idee war, dass vielleicht die Antenne kaputt sei. Habe mir dann bei Amazon eine neue externe Antenne bestellt.

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Nachdem ich neue Antenne angeschlossen habe, konnte ich in der ganzen Wohnung meine Steckdosen verteilen. Es lag also an einer kaputten Antenne.

Solltet ihr weitere Steckdosen einrichten wollen, einfach ein weiteres Device definieren. Achtet jedoch darauf, dass ihr für jede Steckdose einen gültigen und einmaligen Code verwendet.

Ich hoffe ich konnte euch dabei helfen, euer Zuhause ein bisschen smarter zu machen 😉.

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