Hyperion – Ambilight für den eigenen Fernseher

Jeder kennt die Fernseher von Phillips mit deren integrierten Lichtinstallationen. Abhängig vom angezeigten Bild wird eine Lichtcorona um den TV erzeugt. Wäre es nicht cool, wenn der eigener TV auch sowas hätte? In diesem Beitrag erkläre ich euch, wie ihr mit Hilfe von Hyperion, dem Konfigurationstool HyperCon und etwas Zusatzhardware ganz einfach eurer eigenes Ambilight baut, welches von jeder HDMI-Quelle gespeist werden kann.

Hyperion

Inspiration

Natürlich gibt es schon viele Anleitungen dazu im Internet. Auch ich habe mein Ambilight nach einer Anleitung aufgebaut. Sehr ausführlich ist da die Anleitung von Power Pi. Ich werde demnach oft auf diese verweisen und hier im Beitrag nur auf Besonderheiten und Unterschiede zwischen der Anleitung von PowerPi und der neuen Version von HyperCon eingehen.

Hardware

Der Aufbau der Hardware ist bereits von PowerPi sehr gut beschrieben. Für meinen 55 Zoll Samsung TV habe ich mich für einen 5m WS2801 Stripe und ein 5V 10A Netzteil entschieden. Als Steuereinheit habe ich meinen alten Raspberry Pi 2 im Einsatz. Ein Raspberry Pi 3 klappt natürlich auch.

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Den LED-Stripe habe ich direkt an den TV geklebt. Bis jetzt hält das Klebeband der Stripes ganz gut. Für die Eckverbindung habe ich mich für das Löten entschieden. Die restliche Hardware habe ich mit Kabelbinder an die Wandhalterung meines TVs befestigt.

Damit später neben Kodi auch externe Videoquelle (HDMI-Quellen) verwendet werden können, ist neben dem Video-Grabber noch ein Konverter und ein HDMI-Splitter notwendig.

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Das gewünschte Videosignal wird über den HDMI-Splitter aufgesplittet. Eine Verbindung geht direkt zum TV und die andere dient zur Übertragung zum Konverter. Hier wird das Videosignal von HDMI auf Composite Video (gelb, rot, weiß) konvertiert. Das nun analoge Videosignal kann nun mit Hilfe des Video-Grabbers aufgenommen und dem Raspberry über USB zugespielt werden. Optional kann der Raspberry noch über ein HDMI-Kabel an den TV angeschlossen werden. Dies ermöglicht dann auch das Bedienen von Kodi.

Software

Auch den Softwareteil hat PowerPi sehr gut beschrieben. Deswegen hier nur schnell in Kurzform.

Zuerst werden die GPIO-Pins für den Stripe aktiviert. Dazu einfach die SD-Karte vom Raspberry mit Hilfe eines Kartenlesers am Computer anschließen. Direkt auf der SD-Karte befindet sich die Datei config.txt. Diese am besten mit einem richtigen Texteditor öffnen. Zum Beispiel mit dem Sublime Text Editor. Der integrierte Texteditor von Windows öffnet die Datei leider unformatiert und somit recht unübersichtlich.

Für die Aktivierung der GPIOs genügt es am Ende der Datei folgende Zeilen anzufügen:

Nach der Konfiguration der Pins kann mit der Installation von Hyperion begonnen werden:

Nach dem Herunterladen des Installationsskripts kann die Installation gestartet werden:

HyperCon konfigurieren

Bei der Konfiguration beginnt es nun etwas kompliziert zu werden. Die Anleitung von PowerPi ist in der Hinsicht leider etwas veraltet. Aus diesem Grund gehe ich nun die Konfiguration anhand der HyperCon Version V1.03.1 vom 11.06.2016 durch.

Für die Konfiguration wird das oben erwähnte Java-Programm HyperCon benötigt. Dieses lässt sich auf GitHub downloaden.

Nach dem Öffnen des Konfigurationstools mit Java sieht man bereits die fünf Konfigurationsreiter.

Hyperion Hypercon

Wie bereits in der PowerPi-Anleitung erwähnt, werden unterschiedliche Konfigurationsdateien benötigt. Wir beginnen mit der Konfigurationsdatei für den externen Grabber.

Konfigurationsdatei für den externen Grabber

Der beiden Reiter „Allgemein“ und „Verarbeitung“ sind bereits bei PowerPi sehr gut beschrieben. Als Name sollte „hyperion.config.grabber“ genommen werden. Damit ist sichergestellt, dass zum Beispiel das spätere Einrichten der Fernbedienung nach der PowerPi-Anleitung problemlos klapp. Folgendes Bild zeigt meine Einstellungen.

Hyperion HyperCon Verarbeitung

Interessant wird es nun im Reiter „Grabber“. PowerPi geht den Umweg über das manuelle Eintragen des externen Grabbers in die Konfigurations-Datei. Mit der aktuellen HyperCon Version ist dies nicht mehr notwendig. Die Grabber-Werte lassen sich direkt im Tool eintragen.

Dazu den internen Grabber deaktivieren und den externen aktivieren. Die unten im Bild eingetragene Werte sind für den von Power Pi empfohlenen Grabber. Hier können dann die Werte von PowerPi übernommen werden. Wichtig ist hier jedoch, dass das Videoformat auf PAL gestellt werden muss. Der von PowerPi genannte Bug wurde beseitigt.

Grabber Settings Hyperion

Die neue HyperCon Version ermöglicht aber auch ein genaueres Konfigurieren des Grabbers. Dazu einfach im Reiter „SSH“ eine SSH-Verbindung aufbauen (Benutzer: „root“ mit Passwort „openelec“)

SSH HyerCon

Nach dem erfolgreichen Verbinden kann man durch einen Rechtsklick auf das Testbild das aktuelle Bild des Grabbers laden.

Grabber Bild HyperCon

Nach einer kurzen Zeit erscheint das aktuelle Bild vom Grabber.

Grabber Bild Rand

Man erkennt schnell, dass das Bild vom Grabber nicht komplett den TV ausfüllt. Mit den Einträgen „Entf. Pixel …“ im Reiter „Grabber“ lässt sich dies nun korrigieren. Meine Werte seht ihr im unteren Bild.

Grabber Setting Abstand

Im Reiter „Extern“ habe ich folgendes eingetragen.

Extern HyperCon

Da diese Konfigurationsdatei eine externe Quellen verwendet, wird die Kodi-Überwachung deaktiviert.

Farbanpassung

Dank der neuen Version von HyperCon ist die Farbanpassung etwas einfacher. Innerhalb des Reiters „SSH“ lässt sich das Ambilight über ein Farbrad auf eine bestimmte Farbe setzen. Eine aktive SSH-Verbindung zur Hyperion-Installation ist dafür notwendig.

Bei aktivierter Expertenansicht lässt sich dann zum Beispiel der Rotwert der LEDs so einstellen, dass sie dem Rotwert des Fernsehers gleichen.

HyperCon Farbanpassung

Die eingestellten Werte lassen sich dann im Reiter „Verarbeitung“ eintragen.

Farbanpassung HyperCon

Nachdem alle Konfigurationen vorgenommen wurden, kann über den Button „Generiere Konfiguration für Hyperion“ die Konfigurationsdatei erstellt werden.

Konfigurationsdatei für Kodi

Den Namen der Konfigurationsdatei unter „Allgemein“ auf „hyperion.config.kodi“ ändern. Eine Änderung die nun noch vorgenommen werden muss, ist das Deaktivieren des externen Grabbers und das Aktivieren des internen Grabbers. Dies geschieht im Reiter „Grabber“.

HyperCon interner Grabber

Zusätzlich dann noch im Reiter „Extern“ die Kodi Überwachung aktivieren.

HyperCon Kodi

Hier kann man sich dann entscheiden für welchen Bereich innerhalb von Kodi Ambientlight aktiviert werden soll.

Bevor man nun die Konfigurationsdatei generiert müssen noch die angepassten Farbwerte unter „Verarbeitung“ eingetragen werden.

Konfigurationsdatei übertragen

Nachdem die beiden Konfigurationsdateien erstellt wurden, kann mit der Übertragung begonnen werden. Die neue Version von HyperCon erlaubt das direkte Übertragen der Konfigurationsdatei auf den Kodi-Server. Über den Reiter „SSH“ kann Hyperion gesteuert werden. Dazu zählt unter anderem das Starten und Stoppen von Hyperion, sowie das Senden der Konfigurationsdatei. Dazu einfach den Quellpfad der Konfigurationsdatei auswählen und dann über „Senden“ das Laden der Dateien auf den Server starten.

HyperCOn Konfid senden

Vorausgesetzt natürlich, dass unter „SSH-Verbindung“ die korrekten Daten eingegeben wurden.

Nach der erfolgreichen Übertragung muss Hyperion kurz gestoppt und wieder gestartet werden. Sollte alles geklappt haben, befinden sich nun auf dem Raspberry die oben erstellen Konfigurationsdateien. Kontrollieren kann man dies am besten über den Datei-Explorer. Einfach die IP-Adresse des Raspberrys eingeben.

Datei Config Datei

Im Ordner „Configfiles“ befinden sich nun die Konfigurationsdateien. Hier sieht man nun auch die Standard-Konfigurationsdatei – „hyperion.config.json“.  Diese wird beim Start von Hyperion aktiviert. Je nach Wunsch, sollte man nun entweder die Grabber oder die Kodi-Konfigurationsdatei kopieren und nach „hyperion.config.json“ umbenennen, je nachdem welches Profil man beim Start aktiviert haben möchte.

Umschalten zwischen den Konfigurationsdateien

PowerPi hat bereits einige gute Ideen zu diesem Thema zusammen getragen. Ich habe mich für das direkte Steuern innerhalb von Kodi und das Konfigurieren einer Infrarot-Fernbedienung entschieden. Dazu habe ich die Farbtasten meiner TV-Fernbedienung verwendet. Die blaue Taste schaltet nun das Ambilight an bzw. aus. Mit der grünen und der gelben Taste kann ich nun zwischen den beiden Konfigurationsdateien umschalten.

Das komplette Anlernen einer Fernbedienung für Kodi ist meiner Meinung nach nicht mehr unbedingt notwendig. Heutzutage unterstützen die meisten Fernseher CEC (Consumer Electronics Control) und ermöglichen somit das Steuern von Kodi über die TV-Fernbedienung.

Ich hoffe ich konnte euch die Neuerungen des Konfigurationstool HyperCon etwas näher bringen und euch Helfen euer eigenes Ambilight aufzubauen. Bei Fragen einfach die Kommentarfunktion nutzen oder das eingerichtete Forum von PowerPi benutzen.

3 Kommentare zu “Hyperion – Ambilight für den eigenen Fernseher

  1. Hallo Daniel, interessanter Artikel. Das würde ich als Anfänger, mir auch druchaus zutrauen. Was ich aber noch wissen möchte. Das Ganze bezieht sich nur darauf, wenn man Filme über eine exteren Quelle schaut, oder. Wenn mir nur fernsehen möchte und in den Genuss von Ambilight kommen möchte geht das nicht, oder?

    • Hallo Tommy. Solltest du TV über den internen TV-Empfänger des TVs empfangen, dann klappt das leider nicht. Um Ambilight realisieren zu können, muss man ja das TV-Signal abfangen können und es dann analysieren. Was natürlich möglich ist, dass man sich die TV-Sendungen über den Raspberry anguckt. Mit KODI hat man Zugriff auf ein paar Mediatheken mancher TV-Sendern.
      Ich persönlich gucke TV über Entertain der Telekom und habe somit einen extra Receiver. Ich kann deswegen das TV-Signal gut abfangen.
      Gruß Daniel

    • Hallo Daniel! Danke für Deine Antwort. Ich habe einen internen digitalen TV Empfänger. Das hatte ich mir schon gedacht, dass das so nicht funktioniert. Aber der Hinweis mit dem KODI und den Mediatheken finde ich interessant, so dass ich mir das dann doch durchaus mal verstellen kann.
      Gruss Tommy

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